BASF

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Zyklischer diversifizierter Weltmarktführer

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Value Aktien Analyse der BASF Aktie

Grundinformationen der BASF

IR-Seite: BASF Investoren

WKNBASF11
ISIN
DE000BASF111
BörsenplatzXetra ( Euro )
Marktkapitalisierunggroß
BrancheChemie
Eigenkapitalquote in %47.38 % ( 2021/2022 )
Umsatz in Millionen Euro78.598 ( 2021/2022 )
Gewinn in in Millionen Euro7.755 ( 2021/2022 )
Nettoergebnis in Millionen Euro5.523 ( 2021/2022 )
Operativer Cashflow in Millionen Euro7.245 ( 2021/2022 )

Geschichte der BASF

Im Jahr 1865 wurde die Badische Anilin- und Sodafabrik in Mannheim gegründet. 

Die Aktiengesellschaft BASF Chemie aus Deutschland steht für weltweite Internationalisierung in globalisierten Weltmärkten. Die BASF eröffnete damals in Antwerpen die weltweit größte Produktionsstätte für Superabsorber (Kunststoffe, die in der Lage sind, ein Vielfaches ihres Eigengewichts an polaren Flüssigkeiten aufzusaugen) und erlangte somit ihre Stellung als Weltmarktführer in diesem Bereich.

Zudem baute BASF in China gigantische Produktionsstandorte auf und kaufte mit Engelhardt ein großes US-amerikanisches Baustoffunternehmen.

2018 übernahm die BASF die Pflanzenschutzsparten des Bayer-Monsanto Konzerns, die aus kartellrechtlichen Gründen abgegeben werden mussten.

50 Standorte weltweit

Mit sagenhaften 50 Auslandsstandorten stellt BASF Kunststoffe, Chemikalien, Pflanzenschutzmittel, Farben, Reinigungsmitteln und Ernährung her und betreibt Geschäfte mit Öl und Gas mit der Tochter Wintershall.

In China möchte die Aktiengesellschaft eine Kopie von „Ludwigshafen“werden, also somit den größten zusammenhängenden Chemiekomplex der Welt aufbauen.

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Quelle: BASF Labor – BASF – Wirkstofflösungen

Investmentidee BASF mit sechs Geschäftsfelder


Das Geschäft ist derzeit in sechs Segmente untergliedert:

Das Segment Surface Technologies

Das größte Segment der BASF ist der Surface Technologies Bereich. Es steht für fast ein Drittel der Konzernumsätze und umfasst die Herstellung von Katalysatoren und chemischen Lösungen für Oberflächen. Dazu gehören unter anderem Autolacke, aber auch Oberflächen zur Ummantelung von Batterien.

Die Segmente Chemicals & Materials

An zweiter und dritter Stelle kommen die Bereiche Chemicals und Materials, die für 19 bzw.
17 % der Konzernerlöse stehen.

Während Chemicals Basischemikalien sowie chemische Zwischenprodukte aus der Petrochemie umfasst, geht es bei Materials um Polyamide ( Polyamid ist ein thermoplastischer Kunststoff mit sehr hohe Festigkeit, ist zudem reiß- und scheuerfest und nimmt kein Wasser in seine Fasern auf) und anorganische Basisprodukte, die vor allem in der Kunststoff- sowie kunststoffverarbeitenden Industrie benötigt werden.

Das Segment Industrial Solutions

Dieses Segment entwickelt und vermarktet Inhalts- und Zusatzstoffe für industrielle Verwendungen in der Automobilindustrie und ebenfalls in der Kunststoff- sowie Elektroindustrie.

Das Segment Nutrition & Care

BASF ist ebenfalls ein führender Anbieter von Inhaltsstoffen für Nahrungs- und Futtermittelhersteller, sowie Hersteller von Kosmetik- und Reinigungsmittel.

In diesem Segment soll organisches Wachstum durch Wachstumsmärkte in Asien erzielt werden und darüber hinaus werden auch gezielt Zukäufe getätigt.

Das Segment Agricultural Solutions

Der Bereich Agricultural Solutions umfasst das Geschäft mit Herbiziden, Insektiziden, Fungiziden sowie Vitaminen und Säuren.

Segment Wintershell Dea

BASF hält mit gut 73 Prozent die Mehrheit an Wintershall Dea, der Rest liegt bei Letter One.

Die Ludwigshafener hatten schon lange Pläne, das Gemeinschaftsunternehmen an die Börse zu bringen oder es zu veräußern, doch mit Beginn des Krieges in der Ukraine und der Sanktionen seitens der EU gegen Russland ist diese Idee praktisch sehr unrealistisch geworden.

Wettbewerbsvorteil Verbundkonzept BASF


Das Verbundkonzept von BASF in Ludwigshafen ist einzigartig und auf einer Fläche von rund 64.000 Quadratmetern verteilt.

Auf dem oberen Bild ist der sogenannte „Steamcracker II“ zu sehen. Er ist die größte einzelne Anlage am Industriestandort Ludwigshafen.

Der Cracker-Gigant ist seit 1981 in Betrieb und spaltet unter Zusatz von Wasserdampf bei etwa 850 Grad Celsius Rohbenzin auf. Dabei entstehen im wesentlichen Ethylen und Propylen, beides unverzichtbare Grundstoffe für die Herstellung vieler Produkte in Standort Ludwigshafen.

Der Konzern betreibt auf einer Fläche von 10 Quadratkilometern das größte zusammenhängende Chemie-Areal der Welt.

Übernahme Saat & Pflanzenschutz von Bayer AG

Durch Übernahme des Saatgut- und Pflanzenschutzmittelgeschäft von der Bayer AG für den Preis von 7,6 Milliarden Euro wurde wieder organisches Wachstum erzielt.

Bei der Produktion fallen oft Neben- oder Abfallprodukte an. Diese lenkt der Konzern an seine anderen Produktionsanlagen um, wo genau dieser Werkstoff benötigt wird.


Aufgrund der Anlagendichte nebeneinander gelegenen Industriebereichen ist der Stoff- und Energiekreislauf geschlossen und bietet so Transport- und Kostenvorteile.

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Quelle: BASF

Bilanz BASF

Das Geschäft der BASF weist leider keine hohe Margen aus, da es hoch kapitalintensiv ist.

Rund drei Viertel des operativen Cashflows jährlich müssen in Betriebsinvestitionen sowie Forschung & Entwicklung investiert werden.

Das Management ist solide und die Bilanz ist recht stabil. Die Eigenkapitalquote liegt bei 40
Prozent und die Nettoverschuldung ist mit einem Faktor von 2 zum Eigenkapital auch ok, da sich die Cashflows als sehr stabil erweisen. Das Eigenkapital besteht zu 32 % aus immateriellen Vermögenswerten wie Goodwill.

Die Nettoverschuldung liegt bei 14,75 Mrd. EURO. Das entspricht dem zweifachen operativen Cashflow
sowie dem Dreifachen des freien Cashflows.

Die EBIT-Marge von durchschnittlich 10 Prozent ist ok.

Der Umsatz stieg um 33 % auf 78,6 Mrd. EURO. Der Cashflow erhöhte sich um 34 % und der freie Cashflow um 63 %.

Auch im ersten Quartal 2022 kletterte der Umsatz um 16,3 % auf 22,9 Mrd. Euro und der operative Gewinn (EBIT) stieg (Sonderausgaben ausgenommen) um 21 %.

Preissetzungsmacht BASF


Die Margen des Konzerns hängen bei BASF stark von den Rohstoffpreisen ab und deswegen erhöhte der Konzern eben mal seine Verkaufspreise im Jahr 2021 um 25 %, ohne dass die Absatzmenge sich reduzierte.

Das nennt man Preissetzungsmacht und bisher konnte man so dem Problem entgegenwirken.

Bei noch höheren Energiepreisen ist aber ein Ende der Preissetzung für die Produkte ausgereizt.

Wie zu lesen war rechnet das Management mit einem Umsatzrückgang von 74 bis 77 Mrd. Euro und beim operativen Gewinn wird einen Rückgang von 6,6 Mrd Euro bei 7,2 Mrd. Euro angepeilt.

Wachstumsmarkt China und E- Mobilität


China ist mit einem Anteil von mehr als 45 % schon heute der größte Chemiemarkt der Welt und bietet Interessante Wachstumsperspektiven in den Segmenten Chemicals und Surface Technologies.


In dem margenstärksten 12,6 % Segment Chemicals plant BASF bis 2026 Investitionen in Höhe von rund 10 Mrd. EURO.

Wie eingangs erwähnt plant der Konzern seinen Wettbewerbsvorteil weiter auszubauen mit dem Ziel der Errichtung eines zweiten Verbundstandorts in Zhanjiang (China).

Der Bau begann bereits 2020 und ist in drei Phasen aufgeteilt.

Die erste Anlage zur Herstellung von technischen Kunststoffen nimmt derzeit
den Betrieb auf, eine weitere Anlage zur Herstellung thermoplastischer Polyurethane (TPU) wird 2023 voraussichtlich in Betrieb gehen. Die vollständige Fertigstellung des Vertriebsstandortes ist bis 2030 geplant.

Elektromobilität

Im den Bereich Surface Technologies sollen weitere 4,6 Mrd. Euro investiert werden. Der Bereich ist zwar mit einer operativen Marge von 4,1 % relativ margenschwach, bietet aber durch das Geschäft mit Batteriematerialien eine gute Lösung für den schnell wachsenden Markt für Elektromobilität.

Ab 2022 will BASF in der Lage sein, Batterieherstellern und OEM-Kunden in allen relevanten Märkten Lösungen anzubieten.

50 % des Forschungsbudgets für Agrarprodukte

Auch Agrarbereich investiert der Konzern um die Ernährung der steigende Weltbevölkerung zu gewährleisten.

Im margenstarken Segment Agricultural Solutions wurden 2021 wurden ca. 900 Mio. EUR für die Forschung und Entwicklung im ausgegeben.

Zu den Kunden in diesem Bereich gehören Landwirtschaftsbetriebe und Konsumgüterhersteller, welche aktuell knapp 10- 20 % des Gesamtumsatzes ausmachen.

Dividende BASF

Dividendenstrategie


Auf die Dividenden bei BASF ist bislang Verlass und es gibt eine lange Tradition. Zudem sieht die Dividendenpolitik jährliche Dividendensteigerungen vor. Bis auf letztes Jahr hat der Konzern diese Tradition auch konsequent umgesetzt.

Jedes Jahr gab bzw. gibt es 0,10 EUR je Aktie mehr. Dazu bekennt sich die Konzernspitze auch für die Zukunft. Die Stabilität der Dividende ist damit sehr hoch. An ihre Aktieninhaber zahlt BASF 3,40 EUR je Aktie aus, somit ergibt sich beim Kurs von 43,14 Euro eine aktuelle Dividendenrendite von 7,88 %.


Die Ausschüttungsquote auf den Gewinn beträgt derzeit 55 %. Damit noch genügend Reserven im Unternehmen, die für Investitionen und Übernahmen zur Verfügung stehen.

Risiko BASF

In einer Pressemitteilung wies die Konzernspitze darauf hin, dass weiter steigende Rohstoffpreise
und neue Sanktionen gegenüber Russland, die Geschäftsentwicklung negativ beeinflussen.

Der Ölpreis ist in den letzten Jahr um ca. 60 % anzogen, allerdings konnte die Aktiengesellschaft durch eigene Preiserhöhungen diesem Trend bis jetzt erfolgreich entgegenwirken.

Eine katastrophale deutsche Industriepolitik wird den Trend hin zur Standortverlagerung ins Ausland meiner Meinung nach leider weiter fossieren.

Die Zukunft der deutschen Chemieindustrie liegt in Asien und den USA, aber nicht in Deutschland.

Fazit BASF

Die Zykliker-Aktie BASF ist ein toller Dividendenwert mit guter Dividenden-Historie und hat schon viele Krisen gemeistert in der Vergangenheit.

Die größte Herausforderungen für den Konzern sind momentan bei Rohstoffpreisen und Lieferengpässen gegeben.

Das KGV liegt beim derzeitigen Kurs von 43,14 Euro bei 7,37 und das Kurs-Umsatzverhältnis von 0,47. Diese Parameter sprechen für eine Unterbewertung der Aktie.

Haftungsausschluss

Die Value Investing Aktienanalyse ist natürlich keine Anlageberatung – ein Kauf einer Aktie ist folgerichtig Chefsache, nämlich ihre eigene Sache !

Auf  wundervolle Investments

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